Das Ende von 24?

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    • Hmm, hier mal meine Meinung zu einigen eurer Kritikpunkte:

      Also ich finde die "Steigerung" der Bedrohungen, wie es einige beschreiben, überhaupt nicht störend. Sollen ruhig Katastrophen ins Haus stehen, vieles davon ist sehr spannend und unterhaltsam.

      Auch "Wiederholungen" von vermeintlich "unwichtigen" Plots wie die Sache mit Noahs Maitresse und deren Spitzel stören mich nicht. Im Gegenteil. Ich finde sowas unterhaltsam, es zeigt menschliche Seiten der Charaktere und davon könnte es sogar mehr geben. Ich finde es furchtbar, wenn die Figuren von Serien oder Filmen voller pseudomoralischer Asexualität dargestellt werden.

      Den Soundtrack find ich passend. Ich vermiss allerdings die tollen Indy-Band-Songs aus Staffel 1, dir dort sehr gut zu den Szenen gepasst haben.

      Einige meinen Season 6 bricht nach wenigen Folgen mit der Stimmung des Staffelbeginns? Ja, Gottseidank! Ich fand den Beginn rund um die 2 Jahres-Folter-Kur und anschließende Opferung Jacks einfach nur pervers und grotesk. Nach einigen Folgen drehten sich die Stories und der Stil der Staffel für mich sehr zum positiven. Ohne diese Wendung hätte ich wohl abgeschaltet.

      "Unlogische Storylines": Ja, mei. Stört mich ehrlich gesagt nicht wirklich, solange das Gesamtpaket stimmt und es unterhaltsam ist.

      Was mich hingegen stört, ist das ständige Ableben von wichtigen Charakteren, das oft nur den Zweck erfüllt, das der Vertrag des Darstellers ausläuft. Oder es ist Selbstzweck um vermeintliche Spannung zu schüren, allerdings nicht bei mir. Ebenso die teils viel zu übertriebene und dadurch oft schon satirisch-groteske Metzelei an den "guten" Charakteren. Als wenn der Zuschauer nicht das Niedermachen von den "bösen" Gegnern sehen, dürfte ohne sich davor dutzende Verluste auf Seite der "guten" reinziehen zu müssen. Eine als Spannung getarnte Moralkeule? Hm, naja. Ich finde einfach dass das Gewinn/Verlust Verhältnis zwischen den "Bösen" und "Guten" im Vergleich zu klassischen Referenzfilmen aus dem Action und Thriller-Bereich schon ziemlich einseitig ausfällt.

      Kurz gesagt: Ich bin mit den Großteil, was die Serie und auch Staffel 6 ausmacht zufrieden. Mehr Humor, mehr Sexualität und mehr Charaktertiefe, dafür weniger Metzelsatire auf Kosten der Hauptcharaktere und die Serie wäre für mich absolut top.
    • W. Skinner schrieb:

      Hmm, hier mal meine Meinung zu einigen eurer Kritikpunkte:

      Also ich finde die "Steigerung" der Bedrohungen, wie es einige beschreiben, überhaupt nicht störend. Sollen ruhig Katastrophen ins Haus stehen, vieles davon ist sehr spannend und unterhaltsam.

      Auch "Wiederholungen" von vermeintlich "unwichtigen" Plots wie die Sache mit Noahs Maitresse und deren Spitzel stören mich nicht. Im Gegenteil. Ich finde sowas unterhaltsam, es zeigt menschliche Seiten der Charaktere und davon könnte es sogar mehr geben. Ich finde es furchtbar, wenn die Figuren von Serien oder Filmen voller pseudomoralischer Asexualität dargestellt werden.

      Den Soundtrack find ich passend. Ich vermiss allerdings die tollen Indy-Band-Songs aus Staffel 1, dir dort sehr gut zu den Szenen gepasst haben.

      Einige meinen Season 6 bricht nach wenigen Folgen mit der Stimmung des Staffelbeginns? Ja, Gottseidank! Ich fand den Beginn rund um die 2 Jahres-Folter-Kur und anschließende Opferung Jacks einfach nur pervers und grotesk. Nach einigen Folgen drehten sich die Stories und der Stil der Staffel für mich sehr zum positiven. Ohne diese Wendung hätte ich wohl abgeschaltet.

      "Unlogische Storylines": Ja, mei. Stört mich ehrlich gesagt nicht wirklich, solange das Gesamtpaket stimmt und es unterhaltsam ist.

      Was mich hingegen stört, ist das ständige Ableben von wichtigen Charakteren, das oft nur den Zweck erfüllt, das der Vertrag des Darstellers ausläuft. Oder es ist Selbstzweck um vermeintliche Spannung zu schüren, allerdings nicht bei mir. Ebenso die teils viel zu übertriebene und dadurch oft schon satirisch-groteske Metzelei an den "guten" Charakteren. Als wenn der Zuschauer nicht das Niedermachen von den "bösen" Gegnern sehen, dürfte ohne sich davor dutzende Verluste auf Seite der "guten" reinziehen zu müssen. Eine als Spannung getarnte Moralkeule? Hm, naja. Ich finde einfach dass das Gewinn/Verlust Verhältnis zwischen den "Bösen" und "Guten" im Vergleich zu klassischen Referenzfilmen aus dem Action und Thriller-Bereich schon ziemlich einseitig ausfällt.

      Kurz gesagt: Ich bin mit den Großteil, was die Serie und auch Staffel 6 ausmacht zufrieden. Mehr Humor, mehr Sexualität und mehr Charaktertiefe, dafür weniger Metzelsatire auf Kosten der Hauptcharaktere und die Serie wäre für mich absolut top.
      Da bin ich genau anderer Meinung.
      Die meisten Punkte hab ich ja schon ausdiskutiert, aber was das Ableben mancher Charakteren angeht, finde ich, dass 24 gerade hier seine größten Stärken ausspielt. Zugegebenermaßen mag ich es auch nicht, wenn ein Charakter rausgeschrieben wird, weil er nicht mehr mitspielen will und dadurch sein Tod gewissermaßen "kurz reingeschrieben" ist. So kams mir teilweise bei Curtis vor. Sein Verlangen, Assad zu töten, war zwar nachvollziehbar, aber nicht wichtig für den Plot an sich.

      Trotzdem - gerade weil jeder Charakter drauf gehen kann, erhält die Serie doch grad ihre Spannung und ihren Charme - ganz egal, ob du das jetzt als "spannung getarnte Moralkeule" beschreibst. Schau dir mal ne alte Star-Trek-Folge an, in der immer genau der Charakter stirbt, den du in der Folge das erste Mal gesehen hast. Wo ist da denn Spannung, wenn Capt. Kirk sowieso unverwundbar ist?
      Ausser Jack, der ja zugegebenermaßen das Gesicht von 24 darstellt, kann jeder Charakter in einer beliebigen Folge einfach mal so umkommen. Dadurch sind doch Szenen, in denen Charaktere in Gefahr sind, viel spannender, oder?
      Ich finde, gelegentlich müssen einfach Hauptcharaktere sterben, egal ob man sie lieb hat oder nicht. Erst wenn mal wieder ein Charakter gestorben ist, wächst die Spannung und die Hingabe für die anderen Charaktere. Das Helden-Niedermetzeln ist für mich ein erheblicher Grund, warum ich 24 schaue. Hier ist niemand sicher, hier kann es in der nächsten Folge jeden treffen.
    • Stimmt dativ. Die Verwundbarkeit nahezu aller Charaktere ist ein Markenzeichen von 24 und sorgt unheimlich für Spannung. Allerdings sind halt die Gründe für das Ableben mancher Protagonisten, und dann auch noch die Art und Weise, in einigen Fällen nicht ganz so nachvollziehbar. Wie, für meinen Geschmack, in den Fällen von Milo und - um nochmal alte Wunden aufzureissen - Tony Almeida (der meiner Meinung nach den unwürdigsten Tod gestorben ist, obwohl er eigentlich ein 24-Urgestein und "Volks-Held" war. Und dann nichtmal ne "Silent-Clock", das verzeih ich den Autoren NIE).
    • AgentAlmeida schrieb:

      Allerdings sind halt die Gründe für das Ableben mancher Protagonisten, und dann auch noch die Art und Weise, in einigen Fällen nicht ganz so nachvollziehbar. Wie, für meinen Geschmack, in den Fällen von Milo und - um nochmal alte Wunden aufzureissen - Tony Almeida (der meiner Meinung nach den unwürdigsten Tod gestorben ist, obwohl er eigentlich ein 24-Urgestein und "Volks-Held" war. Und dann nichtmal ne "Silent-Clock", das verzeih ich den Autoren NIE).
      Ja, manchmal ist es nicht ganz so sinnig. Aber ich muss zugeben, dass ich die Szene, in der Milo erschossen wurde, trotz der Fragwürdigkeit sehr packend fand. Als der Terrorist plötzlich Milo abknallt, denk ich nur so: "uah... moment... er hat grad einfach so Milo erschossen....einfach so...."
      Da ist der Überraschungseffekt schon ziemlich passend gewesen.
      Bei Curtis fand ichs nicht so... der Charakter wurde die Folgen davor schon irgendwie mies gemacht, weil man sich als Zuschauer mit Assad angefreundet und Curtis dann als Störfaktor gesehen hat. Da hat auch die herzergreifende Musik bei seinem Tod nichts geholfen.
      Bei Tony ist das so ne Sache. Der Tod ist einfach lächerlich und man fragt sich sowieso, wie der einfach so an der Überdosis sterben kann, während Henderson trotz Über-Roxxor-Folter einfach mal so aufsteht und ihm die Spritze reinrammt.
      Trotzdem fand ich den Tod irgendwie toll. Eine Folge davor ist Edgar (einer meiner Ex-Lieblinge) gestorben, und zwar so brutal und schockierend, dass das auch noch die nächste Folge über nachwirkt. Und dann gibt plötzlich Tony noch den Löffel ab... so völlig unerwartet. Das paradoxe ist, dass mich der Tod irgendwie kalt gelassen hat. Edgar fand ich viel trauriger. Ich hab mir immer eingeredet: "Hey, sie haben gerade Tony umgebracht. Kein Tony mehr...", aber mich hat es bis heute noch nicht wirklich berührt (Zumal Tony ja eigentlich bereits am Anfang der Season tot war. Der spätere Auftritt von Tony hatte ja schon einen Nebencharakter-Style).

      Diese zwei schnellen Tode hintereiander hatten so eine abgrundtiefe Kälte und Gleichgültigkeit in mir hervorgerufen, dass ich sie einfach gut finden musste. Das ganze ist objektiv echt schwer zu beschreiben, aber eben diese Gleichgültigkeit, die ich angesichts des Todes eines großen Hauptcharakters empfunden habe, macht die Sache für mich erst so richtig interessant und zeigt eben diese unglaubliche Kompromisslosigkeit, die ich an 24 so liebe.
    • Ja das stimmt. Edgars letzte Szene war wohl eine der traurigsten und ergreifendsten Momente der ganzen Serie. Umso - sag ich jetzt mal ganz dreist - "respektloser" fand ich deshalb Edgars tollem Charakter gegenüber, dass man kurz darauf einen TONY ALMEIDA tötet, der ihm ja eigentlich, bei einem würdigeren Tod, chancenlos die Show stehlen würde. Da dessen Ableben allerdings so "unglücklich" war und ich bei dieser Szene gleichzeitig immernoch "schockiert" von Edgars Tod, absolut fassungslos über Tonys Tod und unbeschreiblich wütend über die Art und Weise seines Todes war, war ich einfach nur verwirrt! :wacko: :grin_still:

      Nochmal zu Milos Tod: Ehrlich gesagt habe ich genau das erwartet, als der Chinese mehrmals mit Nachdruck fragt wer der Leiter der CTU ist und dann, nachdem Nadja sich zu erkennen geben wollte, Milo dazwischen funkt. Man hat Milo genau angesehen, dass die Autoren wollten, dass Milo damit rechnet Nadja damit das Leben zu retten. Deswegen hab ich mich in dem Moment als er abdrückt nicht erschrocken, sondern habe die ganzen Sekunden über bis Milo die paar Schritte zum Chinesen gegangen ist angespannt auf den Schuss gewartet. Fast als treffe es mich selbst :squint:
    • Über einen Punkt beim Thema "plötzliches Ableben" haben wir noch gar nicht gesprochen: Es erfüllt natürlich auch den Zweck, bzw. eröffnet die Chance, ständig neue Charaktere einführen zu können! Das kann man mögen oder nicht, es ist zumindest eine Möglichkeit, das starre Korsett des Grundkonzeptes ein wenig zu durchbrechen, weil jede neue Figur ja mindestens für einen neuen Mini-Plot taugt.... ;)

      In dem ZUsammenhang nochmal was ganze anderes, mehr Off-Topic: Zwischen Milo (leider ja einer der kurzfristig "abgelebten") und Doyle schien es ja einen alten Konflikt zu geben, das Stichwort "Denver" fiel einige Male - spielt das irgendwann nochmal eine Rolle, gerade jetzt, da Milo tot ist? Normalerweise spielt doch bei 24 immer alles irgendwie eine Rolle... :zwinker: Falls nicht, würde das meine obige These direkt wieder kontakarieren, wenn solche Chancen auf Mini-Plots dann nicht aufgegriffen werden...
    • Kimsfriend schrieb:

      In dem ZUsammenhang nochmal was ganze anderes, mehr Off-Topic: Zwischen Milo (leider ja einer der kurzfristig "abgelebten") und Doyle schien es ja einen alten Konflikt zu geben, das Stichwort "Denver" fiel einige Male - spielt das irgendwann nochmal eine Rolle, gerade jetzt, da Milo tot ist? Normalerweise spielt doch bei 24 immer alles irgendwie eine Rolle... :zwinker: Falls nicht, würde das meine obige These direkt wieder kontakarieren, wenn solche Chancen auf Mini-Plots dann nicht aufgegriffen werden...
      Kann man so nicht sagen ob da noch was kommt. Sehen wir ja am Montag. Allerdings glaube ich das kaum, da in den 3 Stunden denke ich genug andere Dinge "behandelt" werden und außerdem Milo ja tot ist.
    • Also, um erstmal auf die Eingangsfrage einzugehen. Es gibt ja auf alle Fälle noch eine 7.Staffel und ich denke wenn sie su gut läuft, wie sich alle erhoffen, dann wird es auch noch eine weitere geben. Wer weiß, vielleicht ist danach ja auch wirklich noch ein Kinofilm drin. Der könnte dann z.B. auch mal in Europa oder so so spielen. Das wär mal was!

      Es wäre auf jeden Fall schade gewesen, wenn 24 mit der Staffel endet. Weil es eben nicht die beste war und noch einiges Potential in der Serie steckt.

      Ich finde in Season 4 wurde viel öfter und vor allem härter als in Season 6 gefoltert. Von daher, ist Season 6 für mich, was Folter angeht, ehr ne Mischung aus Season 4 und Season 5.

      Was ich gar nicht spannend finde, ist wenn ein Hauptcharakter einfach so stirbt. Milo hätte z.B. bei seinem "Aussenseinsatz" auf der Flucht sterben können. Das wäre dramatischer und spannender gewesen. Wenn ein Hauptcharaktär einfach so umgepustet wird, ist das für mich eher ärgerlich und unnötig. Und da wir ja sowieso wissen, dass bei 24 eigentlich jeder (bis auf Jack) immer sterben kann, ist es nicht spannend, wenn ein Hauptcharakter stirbt, sondern nur konsequent. Es kommt in dem Fall auf das - Wie - an. Und da war Milos Tod, naja, nicht so toll. Aber immerhin noch "besser" als der von Tony. Das war das Dümmste was die Autoren bei 24 bis jetzt verzapft haben. Das haben sie ja auch schon selber eingeräumt, so weit ich weiss.

      Es gibt auch "gute" Beispiele für ein Ableben, Edgar wurde genannt, Chapelle, Mason oder Nina. Das waren würdige Abgänge.

      Also ich denke trotzdem, dass die irgendwie ein tolles Finale hinbekommen. Für die letzte Folge überlegen die sich eigentlich immer irgendwas tolles, von daher bin ich zuversichtlich, dass es heute auch so ist!

      Mein Fazit: Die Folgen sind für mich vom Niveau her ziemlich konstant gewesen. Es gab nicht so viele herausragende wie sonst, aber auch kaum eine, die gar nicht funktionierte. Gut, Folge 20 und 21 waren im Nachhinein etwas scher verdaulich, aber da kann ich von absehen.

      Season 6 würde ich momentan, so auf eine Stufe mit Season 3 stellen, die mir insgesamt gar nicht so toll gefiel, aber tolle Einzelfolgen hatte.
    • Jack007 schrieb:

      Ich finde in Season 4 wurde viel öfter und vor allem härter als in Season 6 gefoltert. Von daher, ist Season 6 für mich, was Folter angeht, ehr ne Mischung aus Season 4 und Season 5.
      Es wurde mehr in Season 4 gefoltert, das stimmt. Aber was den Gewaltgrad angeht, bin ich nicht deiner Meinung. Die meisten Folterungen waren in der 4. Season in der CTU mit irgendwelchen Wahrheitsdrogen. Dann gabs noch die Elektro-Folter von Paul Raynes und diese kurze Folter im Auto (Wo Jack so nem Terrorist die Hand bricht). Vergleichen wir das jetzt mal mit der Bohrmaschinenszene und der Fingerkuppel-Abschnippl-Szene sowie der "Messer-Ins-Knie-Szene", war die 4. Season echt harmlos. Auch hier sehe ich ja diese gewollte Steigerung der Autoren - hab ich aber schon meinen Senf dazu gegeben.
      Season 6 würde ich momentan, so auf eine Stufe mit Season 3 stellen, die mir insgesamt gar nicht so toll gefiel, aber tolle Einzelfolgen hatte.
      Zuerst wollte ich das auch, aber mittlerweiel finde ich die 3. Season weitaus besser. Wie du sagst, sind es die Einzelfolgen, aber Season 3 hatte um einiges mehr an guten Folgen zu bieten. Ich denke da nur an diese grandiose Szene von Chapelles Tod (Eine der besten Folgen und der beste Cliffhanger bisher in 24), die Folgen mit dem Virus im Hotel (Wirklich sehr spannend und aufreibend), diese Übergabe des Virus zwischen Nina, Jack, Mr. Salazar und Amador. Allgemein hatte die 3. Staffel mit Stephen Saunders auch einen wirklich coolen Bösewicht, der weitab von irgendwelchen islamistischen Terroristen gezeichnet war. Im direkten Vergleich steht bei mir die 3. Season eindeutig vor der Nummer 6. Sie war zwar auch nicht ganz logisch, aber hatte weniger peinliche und aufgekaute Plots.
    • Hallo,

      schön, dass ich mit meinem ersten Beitrag ein paar interessante Diskussionen in Gang bringen konnte. Es war mein erster Beitrag und ich bin ziemlich neu hier und wahrscheinlich war meine Kritik vielleicht auch am flaschen Platz.

      Natürlich habe ich die meisten Statements gelesen und muss zu meinem Beitrag noch folgendes hinzufügen:

      Ich hatte geschrieben, dass Staffel 1 für mich zu den schlechtesten zählte, hatte aber im gleichen Atemzug genannt, daß ich sie trotz meiner Kritikpunkte sehr gut fand. Für meinen persönlichen Geschmack zählen die Staffeln, in denen neben der Terrorbedrohung auch noch politische Verschwörungen im Vordergrund stehen zu meinen Highlights und somit ist es für mich schwierig, ob Staffel 2 oder 5 für meinen Geschmack zu den besten zählen. Und da mit jeder Staffel die Spannungsschraube und das Actionpotential immer weiter angehoben wurde, von der immer professioneller werdenen Machart ganz zu schweigen, kann ich Staffel 1 trotz des innovativen Echtzeit-Prinzips und aller Ideen, auf denen alle weiteren Staffeln aufbauten, nicht zur besten aller Staffeln küren.

      Somit ergibt sich für mich folgende Platzverteilung (und das bezieht sich auf meinen eigenen persönlichen Geschmack):

      Platz 1: Staffel 2 und Staffel 5 - Platz 2: Staffel 4 - Platz 3: Staffel 1 und Staffel 3 - Platz 4: Staffel 6

      Würde ich es in Schulnoten ausdrücken wäre Platz 1 eine glatte 1, Platz 2 eine 2 +, Platz 3 eine 2 und Platz 4 eine 3-

      Selbst wenn das heutige Finale einiges rausreissen sollte, kommt gemessen an allen anderen Staffel in Puncto Tempo, Spannung, Dramatik und Action die heute endene sechste Staffel nicht über eine solche Bewertung hinaus. Auch wenn es mir als einem sehr großen Fan das Herz zerbricht, so schlecht über meine absolute Lieblingsserie zu schreiben. Aber eine Serie wie 24, die auch teilweise auf vorangegangene Staffeln aufbaut muss sich dann auch nun einmal den direkten Vergleich mit anderen Staffeln gefallen lassen. Und wenn die Autoren nun einmal in Folge 4 der sechsten Staffel ihr gesamtes Pulver verschiessen, und im Ortskern von L.A. eine Atombombe zünden lassen und somit den spannendsten und temporeichsten Teil der gesamten Staffel kreiieren, um dann in Belanglosigkeiten zu schwelgen, muss dies nun mit entsprechender Kritik und Häme bestraft werden.

      Ich habe auch nichts gegen ständig wiederkehrende Plots in den Staffeln, im Gegenteil. Aber wenn sie nicht in gewohnter 24-Manier inszeniert werden, dem ganzen Tempo und Elan fehlen, kann ich nur noch von Vorhersehbarkeit und Langeweile sprechen.

      Es war wahrscheinlich falsch, dem armen Jack eine jahrelange Folter durch die Chinesen aufzuerlegen, wenn er dann zur ersten Hälfte wie im Tran durch die Szenerie stolpert. Mein Gott, Leute: In Staffel 2 war Jack klinisch tot und hatte anschließend mehr Feuer im Hintern als in der gesamten sechsten Staffel!

      Sehr gute Ansätze dieser Staffel waren für mich, dass die Bauer-Family arg Dreck am Stecken hat. Leider wird Phillip Bauer zu schnell als der Fiesling verraten, der sich hinter seiner alten Visage verbirgt.

      Sehr gut auch Wayne Palmers Wandlung vom soften Präsidenten zu einem härter durchgreifenden Präsidenten, auch wenn er den Atomschlag gegen Assads Land nur geblufft hat. Das war schon eine tolle Entwicklung.

      Ebenso Tom Lennox als karrieregeiler Stiefellecker und Erpresser, der sich als so loyal erweist, wie man es anfangs gar nicht glauben konnte.

      Die Attentats-Verschwörung gegen den Präsidenten hätte mehr Spielraum verdient, denn auch diese Idee war genial. Trotz Logikfehlers: wer will denn uns als aufmerksamen Zuschauer weiss machen, Assad würde ohne gründliche Durchsuchung einen Sprengsatz in den Bunker des Weißen Hauses schmuggeln können?

      Traurig, aber einer der menschlichsten Momente: Bill Buchanans Kündigung durch seine Frau und die lieben Worte von Nadia Nassir - auch wenn das ganze für mich wie ein Lückenfüller wirkte.

      Auch der Cheng/Audrey Raines-Handlungsstrang hat gute Ansätze, vor allem der Überfall auf die CTU. Hier gab es nach der Atombombenzündung und weiterer kleinerer Highlights (siehe unten) erste Anzeichen für Tempo, Spannung und Dramatik. Aber war Jack Bauer nicht in Staffel 4 auch im Lüftungsschacht des Flughafens und wurde in Anbetracht der Exekution eines ihm nahestehenden Menschen über Lautsprecher zur Aufgabe gezwungen? Naja, Schwamm drüber, schließlich kroch diesmal Jacks Neffe durch den Schacht.

      Weitere kleine Highlights waren:

      Jack erschießt Curtis - sehr gute Idee, einer der stärksten, wenn auch schlimmsten Momente dieser Serie - wenn auch nicht so emotional und so tragisch wie einst Chappelles Exekution durch Bauer in Staffel 3.

      Morris Entführung durch diesen nervtötenden McCarthy und die Befreiung durch Jack Bauer plus anschließender Bomben-Entschärfung. Hinzu kam die Folterung von Morris mit dem Schlagbohrer, die schon etwas hatte, was mich entfernt an SAW erinnerte.

      Jacks kurze Zusammenarbeit mit Charles Logan, diese Begegnungen sind es, die auch einen Großteil dieser starken Serie ausmachen, und Logans Läuterung zu einem bibelfesten guten Menschen.

      Bauers Einbruch in die Botschaft und die Befreiungsaktion, auch wenn Jack hier wieder einmal auf die Hilfe anderer angewiesen war.

      Der gesamte Handlungsstrang der Bauer-Familie, der leider viel zu kurz gekommen ist.

      Jacks Zweikampf mit Fayed ließ erahnen, dass Jack doch noch unter uns weilt und nicht nur stiller Beobachter ist.

      Ja, es gab schon viele gute Ansätze - aber sie waren für 24 Episoden zu rar gesät und zu spannungsarm inszeniert.

      Hinzu kommen für mich folgende Handlungsstränge, die sich die Autoren hätten sparen können. Aber die Serie heißt nun mal 24, und dann müssen 24 Episoden auch gefüllt werden:

      Absoluter Tiefpunkt sind Chloes Probleme mit Morris, der sich zudem auch noch als Ex-Alki entpuppt und folglich ein angekratztes Selbstwertgefühl mit sich herumschleppt. Klarer Fall von belanglosem Füllwerk! Warum wird stattdessen dann nicht mehr auf die guten Ansätze eingegangen? Aber nein! Charles Logan wird in ein und derselben Episode geradezu liebenswert dargestellt, dass sein vermeintlicher Serientod mich geradezu anrührt. Und das verzwickte Beziehungsproblem der O´Brians wird bis zum Erbrechen erörtert.

      Milo Pressman: taucht nach fünf Staffeln wieder auf, schwankt unentschieden zwischen Liebestrottel und Kollegenschwein, um sich dann undankbar eine Kugel einzufangen und einen Serientod stirbt, bei dem ich kaum Mitleid empfínden kann. Sein Außendiensteinsatz war aber genauso packend wie einst der von Chloe in Staffel 4.

      Secretary Heller: der Barbar, der nicht einmal vor Folter an seinem eigenen Sohn zurückschreckte, dankbar war für seine Rettung durch Jack Bauer in Staffel 4 und sich als unloyal und uneinsichtig in Staffel 5 erwies, muss natürlich seinen Senf dazu geben, in dem er Sätze von sich gibt, die aus einer Pilcher-Verfilmung stammen könnten: "Auf Ihnen lasstet ein Fluch, Jack. Alles was Sie anfassen, geht irgendwann zu Grunde!" Wäre der Kerl in Staffel 5 doch bloß im See versenkt geblieben!

      Und diese Cliffhanger! Was waren das für Cliffhanger, als die Episoden alle mit einer ausweglosen Situation oder mit einer verblüffenden Überraschung endeten. Beispiele gefällig: Staffel 1: Nina Meyers wird am Ende der vorletzten Episode als Maulwurf entlarvt, Staffel 3: Gajel Ortega gelingt es nicht, den Austritt des Virus im Hotel zu verhindern und sein Tod und der unzähliger Menschen wird ihm praktisch ins Gesicht geblasen, Staffel 5: Charles Logan wird durch ein Telefonat mit Christopher Henderson als Kopf einer Verschwörergruppe und Initiator des Palmer-Mordes entlarvt. Und in Staffel 6: Sätze wie "Oh, mein Gott! Was haben sie ihr nur angetan?" (Jack über Audreys Zustand) oder "Sie werden nie mehr in die Nähe meiner Tochter kommen!" (Heller zu Jack) dienen als Cliffhanger und sorgen für unfreiwillige Komik denn für Spannung.

      Zu viele verschiedene, teilweise unwichtige Handlungsstränge und zunehmende Brutalität (auch wenn die Bohrmaschinen-Folter nicht übel war) sollen anscheinend die Episoden füllen und von fehlendem Tempo und dem Mangel an neuen Ideen ablenken oder zumindest von dem Unvermögen der Autoren, ihre Ideen entsprechend auszubauen.

      Die komplette 6. Staffel auf dem gleichen hohen Niveau was Spannung, Action und Dramatik angeht wie alle vorangegangenen Staffeln und Tag 6 wäre bei mir besser davon gekommen.

      Abschließend sei noch erwähnt, daß auch ich die Idee gut finde, daß lieb gewonnenene Charktere mit der Zeit in der Serie ihr Leben lassen müssen. Bei all der Unlogik, den krassen zeitlichen Anschlussfehlern in der Handlung und all den Unglaubwürdigkeiten, die Chloe mit drei Tastenklicken anrichtet, ist das ein Ritual, was sehr zum Realismus der Serie beiträgt - auch wenn´s Leute trifft, die einem ans Herz gewachsen sind. Man darf in diesem Zusammenhang gar nicht an den Bodycount aus Staffel 5 denken: David Palmer, Michelle Dessler, Edgar Stiles und letzten Endes auch noch Tony Almeida.

      Genug geschrieben, wieder danke ich Euch für Euer Interesse und Euer Durchhaltevermögen!
    • Die 6. Staffel wird meiner Meinung nach viel schlechter geredet als sie eigentlich ist. Die hier ausführlich und sehr gut angesprochenen Kritikpunkte sind im Großen und Ganzen richtig und es ist wohl eine vorherrschende Ansicht, dass die 6. Staffel schon zu den schwächsten bisher zählt, allerdings vergisst man, dass die Serie auf technischem Niveau nach wie vor brilliert (was man nicht von allen Serien sagen kann) und dass die Dialoge trotz oft unsinniger Handlungsstränge, nicht nachvollziehbaren Figuren (Sandra Palmer, usw.) und den Klischee-24-Wendungen (in vorherigen Staffeln alles sehr viel besser gesehen) weiterhin exzellent geschrieben sind.
      Dass die 6. Staffel als "totaler Unsinn" (wie man z. B. vor allem in anderen Foren liest) abgeschrieben wird, finde ich unfair und ziemlich übertrieben. Man muss sich die Freude daran nicht komplett verderben lassen, nur weil so viele Leute auf den Kritikzug aufspringen und Staffelschwächen riesenhaft aufbauschen.
      Auch ich finde, dass sie vieles hätten anders machen können und dass sich vieles nicht zusammenreimt und dass die Seifenoper-Familienstory um Jack einen seltsamen Anschein hat, aber es gibt zweifellos viele positiv zu bemerkende Dinge. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, warum man sich so darüber aufregt, wenn doch bei anderen Serien (der unvermeidbare Vergleich; ich kann es wirklich nicht ändern :D ) schon die zweiten Staffeln zu wahren Katastrophen werden, weil man sein Pulver schon in der ersten Staffel verschossen hat. Und 24 wird plötzlich wegen einer nicht ganz so plausiblen, aber deswegen noch lange nicht "katastrophalen" 6. Staffel (man bedenke das) zu Tode kritisiert. Obwohl man sagen muss, dass die Stimmung schon wieder positiver ist (man freut sich ja schon auf die 7. Staffel) und viele eingestanden haben, dass die 6. Staffel doch nicht ganz so schlecht war. Ich selbst habe jetzt zwar kein völlig anderes Bild der Staffel, aber nach mehrmaligem Sehen auf DVD kommen einem schon Gedanken, warum die Leute sich eigentlich so fürchterlich aufregen :grin_still:. Richtig seltsam wird die 6. Staffel - wie ich schon in einem Episodenkommentar schrieb, erst ab Folge 19/20 und das auch nur, weil einem einfach nicht immer etwas so Geniales einfallen kann wie das zum Beispiel bei den letzten Folgen der 5. Staffel der Fall war (die ausgedehnte Jagd auf Logan).
      Vor allem der Staffelauftakt ist besonders stark - Jack wird schnell wieder eingebracht und hat auch einen triftigen Grund, Fayed bis zum bitteren Ende zu verfolgen - und man brauchte einen Grund für ihn, überhaupt wieder in solche Antiterroraktionen einzusteigen - nach seiner gewiss nicht so angenehmen China-Reise. Die Episoden ziehen sich vor allem im Konsulat extrem in die Länge (sind aber trotzdem nicht komplett "langweilig") und ich gebe zu, dass ich des Öfteren richtig wütend war, wenn ein Handlungsstrang verfolgt wurde, der mich so gut wie gar nicht interessiert hat. Auch Jacks vielkritisierte Entscheidung, die Bombenkomponente trotz hoher Kriegsgefahr an Cheng zu übergeben und sich dann selbst in die Luft zu sprengen, finde ich nachvollziehbar. Er hätte so Audrey gerettet und Cheng/die Komponente zerstört - nur die CTU hat dazwischengefunkt.
      Wie gesagt - es gibt viele Schwächen in der 6. Staffel und man vermisst die dramaturgische Brillianz der früheren Staffeln, aber die ganze Staffel deswegen abzuschreiben, ist meiner Meinung nach komplett überzogen. Besonders billig ist die hier auch schon oft erwähnte Kritik in der TV Spielfilm, die offensichtlich von einem Autor verfasst wurde, der ebenfalls auf den Kritikerzug aufgesprungen ist, anstatt sich eine eigene subjektive Meinung zu bilden.
      Und Leuten, die wegen einer nicht ganz so starken Staffel gleich die ganze Serie abschreiben, ist sowieso nicht mehr zu helfen. 24 ist auch im 6. Jahr immer noch weit besser als 95% des restlichen Fernsehprogramms.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von SarahMyers ()

    • Danke, SarahMyers!!! Ich sehe das absolut genauso und du hast zu mindestens 99% recht!

      Wenn jemand behauptet, die 6. Staffel seit wirklich besser (aus welchem grund auch immer) als eine der vorangegangenen, dann kann ich das nicht nachvollziehen, denn es gibt nichts schönzureden: die 6. staffel hat viele schwächen die so noch nicht bei 24 da waren! das der ein oder andere einen anderen geschmack hat und diese staffel dennoch genial findet, respektiere ich natürlich. Aber genauso verstehe ich dann eben auch nicht, wenn manche die staffel so zerreißen, dass man das gefühl nicht los wird, es handelt sich hier um eine der schelchtesten und unrealistischsten serien, die je produziert wurden! da sollte man sich doch nochmal ein paar tage zeit nehmen und die folgen revue passieren lassen und genau darüber nachdenken...für mich gilt: staffel 6 ist schlechter, vllt sogar deutlich schlechter als die vorgänger-staffeln...aber SCHLECHT finde ich auch diese beim besten willen nicht!

      wie SarahMyers es gut formulierte, auf einen "Kritikerzug" aufzuspringen ist nicht das gelbe vom Ei. eine eigene meinung mit nachvollziehbaren gründen, warum eine staffel gut/schlecht geworden ist, lese ich dann wiederum doch gerne.
    • Ich finde die 6te Staffel gut.
      Der erste Teil bis zur Cheng Stroy ist für mich höchstes 24 Niveau und steht den anderen Seasons in nichts nach. Verstehe eigentlich gar nicht, warum so viele meinen, nach der 4ten Folge hätte das Niveau nachgelassen. Ich fand vorallem die abschliessende Jagd auf Fayed extrem spannend gemacht, mit vielen Wendungen (Gredenkos Tod, das Undercoverteam...) und viel Action. Aber auch die Geschichte mit den Drohnen war megaspannend.

      Einzig und allein die letzten paar Folgen haben Logikfeher aufgewiesen und waren nicht mehr ganz so pannend wie der Rest der Season. Ich finde, Season 6 braucht sich nicht hinter den anderen Seasons verstecken.
      Ich finde es extrem schwer, eine Abstufung bezüglich der Qualität der Seasons vorzunehmen, weil für mich alle überragend waren.