Stilleben mit Glocke - Ein klösterliches Gastspiel

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    • Stilleben mit Glocke - Ein klösterliches Gastspiel

      VORWORT


      Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen ... vor allem, wenn die Reise einen gewissen Schreiberling namens Sven Schindler - fernab alles Weltlichen - in ein Benediktinerkloster führt und er dabei von der ersten Stunde an mehrmals am Tage seine gesammten Erlebnisse und Eindrücke in einer Art Tagebuch festzuhalten versucht. Jene Aufzeichnungen mache ich nun an dieser Stelle allen interessierten Lesern und Leserinnen zugänglich, nicht zuletzt in der Hoffnung, daß einige meinem Beispiel folgen und sich auf das unbekannte "Abenteuer" Urlaub im Kloster einlassen könnten ...

      Stilleben mit Glocke (von Sven Schindler)

      - Ein klösterliches Gastspiel in 5 Wochentagen -

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      TAG 1: 10.10.2011


      Bin gegen 11.30 Uhr mit dem Taxi aus Trebbin im Kloster Alexanderdorf angekommen. Vor mir erstreckt sich ein herrlich gelegenes Anwesen mit mehreren Häusern, die gemeinsam den Komplex des Klosters Sankt Gertrud bilden. Dazwischen gibt es einen Hof mit Bäumen, Sträuchern, Grünflächen und einem kleinen Teich.
      Ich klingele am Haupthaus, und eine freundliche ältere Dame in Ordenstracht, die sich mir als Schwester Elisabeth vorstellt, bittet mich hinein. Sie heißt mich herzlich willkommen, drückt mir einen bescheidenen Anmeldezettel und einen Zimmerschlüssel mit hölzernem Anhänger in die Hand und verweist mich damit ins Zimmer Benjamin des Gästehauses Sankt Josef. Das also soll nun meine Unterkunft für die kommenden fünf Urlaubstage sein - ein Zimmer mit dem Namen Benjamin. Der Name ist äußerst passend gewählt, wie ich finde, denn genau das bin ich ja: Ein Benjamin, was das Leben im Kloster angeht. Und darum bin ich jetzt auch schon unheimlich gespannt, was mich hier wohl erwartet.
      Zunächst einmal erwarten mich beim Eintreffen in den mir zugewiesenen Räumlichkeiten ein kleines, sporadisch rustikal und dennoch sehr gemütlich eingerichtetes Kämmerlein mit Heizung, Dusche und WC, einem Schreibisch mit Lampe und einem bunten Blumensträußchen sowie an der Wand links ein Regal mit einer Auswahl an geistlichen Büchern, in der natürlich auch eine Bibel in der Einheitsübersetzung nicht fehlen darf. Eine hübsch anzuschauende Mutter-Kind-Plastik stützt die Bücheransammlung. Daneben ein hölzernes Kruzifix - schlicht und dennoch schön, wie eben alles hier. Ein Kleiderschrank, vom Schreibtisch aus gesehen auf der rechten Wandseite gelegen, lädt mich zum Auspacken meines Koffers ein, ein Bett mit grauer Tagesdecke zum Ausruhen. Ein kleiner Nachttisch mit Lampe und zwei Handtüchern in seiner oberen Schublade steht nebenan. Auf dem Schreibtisch entdecke ich unterdess die Hausordnung, die sämtliche zeitlichen Abläufe sowie die einzelnen Räumlichkeiten des Klosters erklärt sowie einen Hinweis, der erörtert, warum nichtkatholischen Gästen eine Teilnahme an der Eucharistiefeier eigentlich verwehrt bleiben muß. Gleichzeitig drücken die Ordensschwestern in dem kurzen Schreiben ihr Bedauern über diese Bestimmung aus und erklären Ausnahmefälle. Ich lege noch rasch meine mitgebrachte Taschenbibel auf dem Tisch ab und stelle dort meinen Wecker auf, dann ruft mich bereits der helle Klang der Glocke im Hof zum Mittagessen.
      Dieses nehme ich zusammen mit etwa zehn weiteren Gästen, unter denen sich auch ein Pfarrer und eine Schwester aus einem anderen Kloster befindet, nach einem kurzen gemeinsamen Tischgebet im sogenannten Gästerefektorium des Haupthauses ein. Die neuangekommenen Gäste stellen sich dabei zunächst kurz vor, und anschließend gibt es Eierkuchen mit Apfelmus sowie eine cremige Pilzsuppe als Vorspeise. Alles so unheimlich lecker, daß sich der diätbewußte Teil in mir gleich mal ein wenig zügeln muß.
      Nach dem Mittagsmahl begeben sich die Schwestern zum Gebet. Wer mag darf ihnen dabei beiwohnen, ich hingegen gehe zurück auf mein Zimmer, wo ich meinen Koffer nun erst einmal in aller Ruhe auspacke und mit der mitgeführten Digitalkamera mein Zimmer ausgiebig ablichte. Dann setze ich mich an den Schreibtisch und schaue gedankenversunken dem Herbstlaub an den Bäumen vor meinem Fenster beim Fallen zu. Meine Stille Zeit hat hat jetzt also begonnen, und ich fange schon an, sie zu genießen - auch in jenen Augenblicken, da ich all dies zu Papier bringe. Immer wieder ziehen dabei einzelne Gäste, in warme Jacken eingehüllt, an meinem Fenster vorbei über den Hof hinweg und machen sich auf zu einem gemütlichen Herbstspaziergang. Und ich?! Ich beschließe, es ihnen gleich zu tun ...

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      Bildnachweis: Hinweisschild vorm Kloster, Eingangstor zum Kloster, Haupthaus, Gästehaus Sankt Josef

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      13:00 Uhr
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von sven1421 ()

    • Wow, Du warst also im Kloster. :thumbs02:

      Ich habe ja schon öfter gehört, dass Leute einige Zeit ins Kloster gehen um zu entspannen und zu sich zu finden. In sofern finde ich das nicht ungewöhnlich. Und ich freue mich auch, dass Du Deine 5 Tage im Kloster mit uns teilst denn ich finde das sehr interssant zu erfahren wie das für einen Besucher dort so ist. :thumbs02:
      Und dann noch die schönen Bilder dazu, da kann man sich das gleich noch viel besser vorstellen. :thumbsup:

      Ich freue mich schon auf Tag 2 :freudentanz: und lieben Dank fürs Schreiben. :danke:

      Gruß

      Saxi :)
      "Nur wer erwachsen wird und Kind bleibt ist ein Mensch"
    • Saxi schrieb:

      Ich habe ja schon öfter gehört, dass Leute einige Zeit ins Kloster gehen um zu entspannen und zu sich zu finden. In sofern finde ich das nicht ungewöhnlich.
      Nun, das ist sicher richtig, so kam ich ja letztlich auf die Idee zu meinem Kloster-Trip. Trotzdem haben viele meiner KollegInnen erst mal nicht schlecht geschaut, als ich ihnen von meinem Vorhaben erzählte. :huh:

      Saxi schrieb:

      Und ich freue mich auch, dass Du Deine 5 Tage im Kloster mit uns teilst denn ich finde das sehr interssant zu erfahren wie das für einen Besucher dort so ist. :thumbs02:
      Genau das ist auch die Absicht, die ich mit dem Veröffentlichen meines "Kloster-Tagebuchs" hauptsächlich verfolge. Einen Einblick zu geben, wie es einem Gast bei seinem Aufenthalt dort ergeht und was man im Kloster erleben und erfahren kann.

      Saxi schrieb:

      Und dann noch die schönen Bilder dazu, da kann man sich das gleich noch viel besser vorstellen. :thumbsup:
      Ja, Fotos geben einem selbst ja auch immer wieder die Möglichkeit, die Zeit mit all ihren Eindrücken noch einmal Revue passieren zu lassen. :wolke_7:

      Saxi schrieb:

      Ich freue mich schon auf Tag 2 :freudentanz: und lieben Dank fürs Schreiben. :danke:
      Kein Ursache, R-Leben und B-Schreiben gehören für mich ja eh irgendwie zusammen. :cool1: Und in den nächsten Tagen geht es dann auch weiter ... wenn auch zunächst mal mit dem zweiten Abschnitt von Tag 1, da der ja noch längst nicht vorbei war. :daumen:

      PS: Habe den Startbeitrag nochmal dahingehend editiert, daß ich ihm ein kleines selbstgemachtes Video vorangestellt hab, bei dem man sich auchmal eine "Hörprobe" von der Klosterglocke und dem Psalmengesang der Ordensschwestern zur sogenannten Vesper zu Gemüte führen kann ... Beides hab ich übrigens inzwischen als Klingelton auf mein Handy hochgeladen, so daß auch nach meiner Rückkehr ins Weltliche die Klosterzeit auf all meinen Wegen bei mir noch immer deutlich nachhallt! :angel:
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    • so, ich muss mich auch mal wieder zu wort melden.

      ich liebe ja deine geschichten und noch mehr liebe ich deine erfahrungs*berichte*, die immer so amüsant und informativ sind, dass man sie wirklich gerne liest ohne sich dabei zu langweilen. ich bewundere dich für diesen frischen stil.

      vielen dank, dass du uns an deiner erfahrung teilhaben lässt und das mit deinen fotos untermalst.

      ich freue mich auch schon auf die fortsetzung.

      l.g.

      skinhunter
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      Mit einem freundlichen Wort und einer Kanone kommt man viel weiter als nur mit einem freundlichen Wort. (Capone)
    • skinhunter schrieb:

      so, ich muss mich auch mal wieder zu wort melden.
      Jederzeit gern! Deine wie auch alle anderen Kommentare sind mir immer gern willkommen. :daumen:

      skinhunter schrieb:

      ich liebe ja deine geschichten und noch mehr liebe ich deine erfahrungs*berichte*, die immer so amüsant und informativ sind, dass man sie wirklich gerne liest ohne sich dabei zu langweilen. ich bewundere dich für diesen frischen stil.
      Freut einen natürlich sehr, das zu hören! :) Ja, mir ist da wohl so etwas wie eine Gabe mit in die Wiege gelegt worden, die ich im Laufe der Jahre bereits mehrfach wiederentdecken durfte.

      skinhunter schrieb:

      vielen dank, dass du uns an deiner erfahrung teilhaben lässt und das mit deinen fotos untermalst.
      Das tue ich gerade diesmal besonders gern, wird man doch in der Folge noch erkennen, wie wertvoll der Aufenthalt im Kloster für mich war.

      skinhunter schrieb:

      ich freue mich auch schon auf die fortsetzung.
      Die folgt nun - in Form eines wochenendlichen "Double Features" - auch direkt und dennoch gänzlich schmerzfrei "auf dem Fuße" ... :zwinker:

      TAG 1: 10.10.2011 [Teil 2]


      Mein erster Spaziergang fällt zugegebenermaßen recht kurz aus, was auch dem inzwischen anhaltenden Nieselregen geschuldet ist. Er führt mich durch die Eingangspforte hinaus aus dem Kloster und dann an der Mauer entlang, rechts und links darum herum. Weit kommt man dabei auf beiden Seiten freilich nicht gerade, ist doch das Klostergelände eingerahmt von den weltlicheren Bauten Alexanderdorfs einerseits und von weitläufigen Ackerfeldern andererseits. Und dennoch entdecke ich einige Details, die es durchaus wert sind, von meiner Kamera fotografisch festgehalten zu werden.
      Wieder eingekehrt ins klösterliche Ambiente, beginne ich auch dort, nach Bildmotiven zu suchen. Und angetan, wie ich nunmal schon bei meinem Eintreffen war, brauche ich mich auch gar nicht lange umzuschauen, bis sich hier wie da etwas Lohnenswertes findet.
      Zurück in meinem stillen Kämmerlein lasse ich dann beim Niederschreiben meiner Eindrücke hin und wieder den Blick aus dem gardinenverschleierten Fenster schweifen, wo es ebenfalls durchaus Einiges zu sehen gibt: Beispielsweise vereinzelt Gäste mit Regenschirmen sowie eine Ordensschwester, die in ein Auto steigt und vom Hof fährt. Und zwischendurch eben dann auch immer wieder einzelne bunte Blätter, die sich unter dem nachhaltigen Einfluß von Wind und Regen von ihren angestammten Plätzen an den gekrönten Häuptern der Bäume lösen, um von dortaus langsam und gemächlich zur Erde zu segeln. Sie lassen sich einfach treiben und nehmen sich bei ihrem Sich-Fallen-Lassen alle Zeit der Welt. Daran sollte ich mir in meinen 5 Tagen hier ruhig ein Beispiel nehmen, wozu ich inzwischen auch durchaus bereit bin.

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      Bildnachweis: Baumgruppe mit Holzbänken in Klosternähe, Efeuumrahmtes Holztor an der Gästehäuseraußenwand, Gästehausgebäude vom Klosterhof aus, Kleiner Teich auf dem Klostergelände

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      14:21 Uhr


      TAG 1: 10.10.2011 [Teil 3]


      Nach einem kurzen Probeliegen auf meinem nicht zu harten und nicht zu weichen Bett erobere ich mir die meinem Zimmer naheliegende Teeküche des Gästehauses Sankt Josef. Diese wartet in ihren diversen Schränken mit allem möglichen Alkoholfreien auf, wonach es den Dürstenden begehrt - Saft, Wasser, Tee, Kaffee usw. Auch die Geräte zur Zubereitung letztgenannter Heißgetränke stehen zugriffsbereit. Und so bereite ich mir mittels Wasserkocher erst einmal eine schöne Tasse löslichen Kaffee und entführe dazu noch eine große Flasche klaren Apfelsaft in mein Zimmer. Die ausgewiesenen Unkosten hierfür (Tasse Kaffee 50 Cent, Flasche Saft 1 Euro) hinterlasse ich ganz zwanglos in einem neben der Eingangstür bereitstehenden Schälchen.
      Dann sitze ich wieder an meinem Schreibtisch, genieße meine Tasse heißen Kaffee und ein Glas - zuvor noch mit einem Schluck Wasser verdünnten - Apfelsaft. Ich sehe dabei aus dem Fenster, die Arme im Nacken verschränkt, atme ein und atme aus - synchron mit dem Herabfallen des Herbstlaubs draußen. Und wenn ich ganz genau hinhorche, dann höre ich ... nichts! Gar nichts! Nur Stille! Einfach herrlich!



      Eine halbe Stunde lege ich mich dann auf mein Bett. Ich strecke meine Glieder aus, schaue zur Decke und lasse meine Gedanken ausgiebig schweifen. Dabei versuche ich, in der mich umgebenden Stille all den wirren Bildern und Gefühlen in mir Raum zu geben, sich erst einmal frei zu entfalten und sich dann zu verflüchtigen. Am Schluß dieser kurzen Gedankenpause spreche ich im Stillen noch ein kleines Gebet. Darin danke ich Gott für die wohltuende Auszeit, die er hier schenkt, und für all die lieben Menschen, die er mir hier wie auch zuhause zur Seite stellt - meine Tochter, meine Mutter, eine Handvoll guter Freundinnen sowie die herzlichen Ordensschestern und den mit mir hier anwesenden Gastpfarrer. Letzterer zeigte sich übrigens bereits beim gemeinsamen Mittagsmahl von seiner heiteren Seite, indem er die ruhige Atmosphäre immer wieder mit einem kleinen Witz aufheiterte. Überhaupt erscheinen mir Pfarrer wie auch Benediktinerinnen angenehm aufgeschlossen, locker und weltoffen zu sein, was meinem Kloster-Er-Leben erst einmal gleich einen überaus positiven Eindruck verleiht.
      Nun, da ich mich bei all diesen Gedanken längst wieder vom Bett erhoben und an den Schreibtisch begeben habe, sollte ich vielleicht auch noch erwähnen, daß ich nebenher schon mal ein wenig in der kleinen Büchersammlung auf dem Regal gleich nebenan gestöbert habe, wobei mir zwei Dinge besonders ins Auge stachen: Zum einen ist da ein Büchlein mit dem Titel "Nicht auf Sand gebaut - Benediktinerinnen in Alexanderdorf", das auf wenigen Seiten einen kurzen Eindruck von Klostergeschichte und Klosteralltag zu vermitteln versucht. Eben so, wie ich es hier auch gerade probiere. Zum anderen sind da in einer bescheidenen Folientasche ein paar Kärtchen mit Wanderwegvorschlägen, die selbstverständlich allesamt am Kloster starten und auch weieder enden. Sicher werde ich da in den kommenden Tagen noch den einen oder anderen in Anspruch nehmen. Aber auch jetzt lockt mich mein Blick aus dem Fenster bereits wieder nach draußen an die frische Luft.

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      Bildnachweis: Mein Schreibtisch mit Aussicht, Bett und Nachtschrank, Kleines Bücherregal neben dem Schreibtisch, Naßzelle meines Gästezimmers

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      15:50 Uhr
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    • ja, ruhe und sich-fallen-lassen, dass ist heute gar nicht mehr so einfach. ständig steht man unter strom. und es ist einfach nur schön, wenn man mal die seele baumeln lassen kann, auch wenn es *nur* für ein paar tage ist. und mir gefallen deine landschaftsbilder. ich mag diese art der fotographie, und *langweile* dann immer meine bilder-angucker, wenn auf zig bildern nur häuser, wiesen etc. sind :D

      vielen dank für die schilderung deiner erlebnisse und gedanken :daumen:

      l.g.

      skinhunter
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      Mit einem freundlichen Wort und einer Kanone kommt man viel weiter als nur mit einem freundlichen Wort. (Capone)
    • Ja es gibt wirklich nichts schöneres als sich-fallen-lassen-können und die Seele baumeln lassen. :thumbs02:
      Und ich finde solche Auszeiten sind auch enorm wichtig. :thumbsup:
      Auch mir gefallen Deine Bilder supergut. Ich finde so Landschaftsbilder auch herrlich und fotografiere so etwas selbst gerne. :thumbup:

      Desahlb freue ich mich schon wenns mit Deiner Erzählung weitergeht. :freudentanz: und dankeschön fürs Schreiben. :danke:

      Gruß

      Saxi :)
      "Nur wer erwachsen wird und Kind bleibt ist ein Mensch"
    • skinhunter schrieb:

      ja, ruhe und sich-fallen-lassen, dass ist heute gar nicht mehr so einfach. ständig steht man unter strom. und es ist einfach nur schön, wenn man mal die seele baumeln lassen kann, auch wenn es *nur* für ein paar tage ist.

      Saxi schrieb:

      Ja es gibt wirklich nichts schöneres als sich-fallen-lassen-können und die Seele baumeln lassen. :thumbs02:
      Und ich finde solche Auszeiten sind auch enorm wichtig. :thumbsup:
      Dem kann ich nur zustimmen, auch wenn dann nach einigen Tagen voller Streß und Hektik kaum noch etwas von der gewonnenen Ruhe zurückzubleiben scheint. Schon darum schreit ... äh, nein: flüstert ... auch bereits jetzt alles in mir nach einer Wiederholung meiner (kl)österlichen Ruhezeit ... :wolke_7:

      skinhunter schrieb:

      und mir gefallen deine landschaftsbilder. ich mag diese art der fotographie, und *langweile* dann immer meine bilder-angucker, wenn auf zig bildern nur häuser, wiesen etc. sind :D
      Ja, das kenn ich nur zu gut! Eine sehr gute Freundin von mir ist bei meiner Urlaubsbildershow am Computer sogar sanft entschlummert. :grin_still: Na gut, dazu muß ich wohl auch anmerken, daß sie früher selbst beim Schauen von 24 ins Reich der Träume zu entschwinden vermochte. :zwinker:

      Saxi schrieb:

      Auch mir gefallen Deine Bilder supergut. Ich finde so Landschaftsbilder auch herrlich und fotografiere so etwas selbst gerne. :thumbup:
      Mir haben es oft gerade die bunten Herbstbilder angetan, noch dazu, wenn leichter Niesel all den bunten Blättern einen ganz zarten Glanz verleiht. :daumen:

      skinhunter schrieb:

      vielen dank für die schilderung deiner erlebnisse und gedanken :daumen:

      Saxi schrieb:

      Desahlb freue ich mich schon wenns mit Deiner Erzählung weitergeht. :freudentanz: und dankeschön fürs Schreiben. :danke:
      Bitteschön und bittesehr, auf dem Fuße folgt jetzt mehr ... :cool1:

      TAG 1: 10.10.2011 [Teil 4]


      Da der Nieselregen inzwischen doch recht detlich nachgelassen hat, nutze ich die Gunst der Stunde für eine etwa sechzigminütige Waldwanderung, auf der ich wieder ein paar Fotos schieße und zudem noch einem weiteren weiblichen Mitklostergast über den Weg laufe. Nasse Schuhe und Socken holte ich mir dank des aufgeweichten Waldbodens und stellenweise recht hohen Grases zwar auch, aber das ist letztlich nicht weiter tragisch, erwarten mich doch nach meiner Rückkehr in meinem Zimmer eine gut funktionierende Heizung und außerdem in meinem Koffer auch ein Paar in weiser Voraussicht miteingepackter Wechselsocken.
      Gegen 17.20 Uhr ruft dann vom Hof her die Klosterglocke mit zartem Ton zur sogenannten Vesper. Wie ich durch mein Fenster unschwer zu erkennen vermag, folgen nahezu alle anderen Mitgäste diesem Ruf. Und so entschließe auch ich mich kurzerhand, mich hier erstmalig auf das "Abenteuer" eines klösterlichen Gottesdienstes einzulassen.
      Gespannt folge ich dem Gastpfarrer über den Hof hinweg an der Glocke vorbei in Richtung Klosterkirche und nehme in derem geräumigen Innern mit ihm gemeinsam - zuvor noch ausgerüstet mit einem am Eingang bereitliegenden Büchlein - in einer der hinteren Bankreihen platz. Die Ordensschwestern betreten derweil durch eine Tür hinter uns streng geordnet den Raum und verteilen sich dann nach festem Ritus in jenen vorderen Bankreihen, die links und rechts quer zu den unseren stehen. Wir Gäste haben uns bei ihrem Eintreffen von unseren Plätzen erhoben und setzen uns erst wieder, als auch alle Schwestern ihre Plätze eingenommen haben. Was nun folgt, ist eine - für jeden einzelnen Tag der Woche festgelegte - Reihe von Bibeltextabschnitten aus den sogenannten Psalmen auf Lateinisch, wobei das von mir mitgeführte Büchlein neben den entsprechenden Texten parallel auch deren deutsche Übersetzung mitliefert. Zum Ende jeder der - mit den geradezu engelhaften Stimmen der Benediktinerinnen im Chor singend vorgetragenen - Bibelstellen folgt dabei eine abschließende Ehrerbietung an Gott als Vater, Sohn und der Heiliger Geist, zu dem sich stets alle Anwesenden von ihren Sitzplätzen erheben und gleichzeitig ehrfürchtig ihre Häupter senken. Die unglaublich reine Gesangsdarbietung der Klosterschwestern, bei jedem zweiten Vers noch ergänzt durch die tiefe Stimme des neben mir sitzenden Pfarrers, zieht mich dabei unweigerlich in seinen geradezu mystischen Bann. Ein derart kunstvoll klassisch vorgetragenes Gotteslob habe ich bisher noch nie erlebt. Und so nehme ich mir nach dem Ende der Gottesdienstfeier beim Gang aus der Kirche zur Einnahme des Abendbrots im nahegelegenen Haupthaus auch fest vor, in den kommenden Tagen jeweils zumindest der Vesper beizuwohnen, um mich dadurch an meinen selbstverordneten Stillen Tagen hier im Kloster auch geistlich wie geistig bereichern zu lassen.

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      Bildnachweis: Weg in den Wald hinein, Waldlichtung, Pilz am Waldboden, Kastanienbaum mit buntem Herbstlaub

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      18:00 Uhr


      TAG 1: 10.10.2011 [Teil 5]


      Das anschließende Abendessen verläuft, wie schon das Mittagsmahl, in trauter Gemeinschaft aller Gäste mit vorangehendem und nachfolgendem kurzen Dankgebet - wobei wir uns dazu alle mit gefalteten Händen hinter unseren Stühlen am Eßtisch aufstellen. Zu trinken gibt es heißen Hagebuttentee, zu essen ein schlichtes und dennoch ausgewogenes Angebot an Mischbrot, Schwarzbrot, Wurst und Käse sowie Gemüse und Obst. Man hilft sich am Tisch gegenseitig ganz zwanglos und ohne viel Worte beim Eingießen und Anreichen der Teekannen und des Zuckers. Und es wird huier und da auch wieder ein wenig gescherzt. So huschte beispielsweise ein kleines Grinsen über alle Gesichter, als eine der Teekannen beim Wiederverschließen minutenlang wiederholt recht merkwürdige Zischlaute von sich gab.
      Im Anschluß an das Abendessen erkündige ich mich beim Pfarrer - der ganz offensichtlich öfters hier zu Gast ist - noch nach ein paar schönen Ansichtskarten vom Kloster, die ich dank seines Hinweises wenig später im Tagesraum des Gästehauskomplexes vorfinde. Auf dem Weg dorthin lerne ich im Korridor des Haupthauses noch Schwester Beata kennen, mit der ich vor ein paar Wochen Emails ausgetauscht hatte, um mich für meinen Klosteraufenthalt anzumelden. Gern hätte ich bei diesem überraschenden Zusammentreffen auch schon meine Rechung beglichen, aber die muß sie erst noch fertigmachen, so daß wir das Finanzielle kurzerhand auf den nächsten Abend vertagen.
      In jeder Hinsicht gestärkt begebe ich mich anschließend wieder auf mein Zimmer, wo ich nun meinen ersten Klostertag im fahlen Licht der Schreibtischlampe bei zugezogenen Übergardinen ausklingen lassen möchte - und auch das wieder in aller Stille, versteht sich!

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      Bildnachweis: Mein Zimmerschlüssel, Schild neben dem Klostereingangstor, Klosterglocke, Steinernes Bildnis Sankt Benedikts auf dem Klostergelände

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      19:15 Uhr
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    • Na gut, dazu muß ich wohl auch anmerken, daß sie früher selbst beim
      Schauen von 24 ins Reich der Träume zu entschwinden vermochte.
      :D da muss ich doch gleich mal :86: :86: :86: machen :nana: :smile_wink:

      svens abenteuer gehen weiter, und respekt, dass du das *volle programm* mitnimmst. ich mag menschen, die dem *unbekannten* respekt und achtung erweisen, was ja in unserer heutigen gesellschaft leider nicht mehr selbstverständlich ist.

      und wieder sage ich danke für die einblicke und die fotos :danke:

      l.g.

      skinhunter
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      Mit einem freundlichen Wort und einer Kanone kommt man viel weiter als nur mit einem freundlichen Wort. (Capone)
    • Oha, wieder so eine schöne Fortsetzung Deines Berichtes. :thumbs02:

      Ja ich finde das auch super, dass Du das volle Programm mitnimmst. Alle achtung kann ich da nur sagen. :respekt: Und dann wieder die schönen Bilder dazu, einfach nur toll. :thumbsup: Übrigens das Video am Anfang mit den Glocken und dem Gesang der Nonnen fand ich superschön. Ich mag diese Gesänge, sehr gerne. :thumbup:

      Ich freue mich schon auf den nächsten Teil :freudentanz: und lieben Dank fürs Schreiben. :danke:

      Gruß

      Saxi :)
      "Nur wer erwachsen wird und Kind bleibt ist ein Mensch"
    • skinhunter schrieb:

      svens abenteuer gehen weiter, und respekt, dass du das *volle programm* mitnimmst.

      Saxi schrieb:

      Ja ich finde das auch super, dass Du das volle Programm mitnimmst. Alle achtung kann ich da nur sagen. :respekt:
      Ja, ich fand es schon wichtig, beim Aufenthalt in einem Kloster - wo die Schwestern nach dem Leitsatz "Bete und Arbeite!" ihr Leben gestalten - auch am Gebets(er)leben teilzunehmen. :cool1:

      skinhunter schrieb:

      ich mag menschen, die dem *unbekannten* respekt und achtung erweisen, was ja in unserer heutigen gesellschaft leider nicht mehr selbstverständlich ist.
      Das ist wohl war! Wobei ich natürlich anmerken muß, daß mir als getauftem Mitglied einer evangelisch landeskirchlichen Gemeinschaft Gebet und Gottesdienst natürlich gar nicht so fremd sind. :)

      Saxi schrieb:

      Übrigens das Video am Anfang mit den Glocken und dem Gesang der Nonnen fand ich superschön. Ich mag diese Gesänge, sehr gerne. :thumbup:
      Ja, ich hab mich in diese besondere Form des Gebets auch vom ersten Moment an verliebt. :wolke_7:

      skinhunter schrieb:

      und wieder sage ich danke für die einblicke und die fotos :danke:

      Saxi schrieb:

      Und dann wieder die schönen Bilder dazu, einfach nur toll. :thumbsup:
      Was wären denn auch all meine Worte ohne die fotografischen Untermalungen dazu, die zudem in mir all das Erlebte bei jedem Betrachten ganz neu wieder aufleben lassen. :daumen:

      Saxi schrieb:

      Ich freue mich schon auf den nächsten Teil :freudentanz: und lieben Dank fürs Schreiben. :danke:
      Auch ich bedanke mich mal wieder für das Interesse meiner Leserschaft, der aktiv kommentierenden ebenso wie der still lesenden. :cool1:
      Und für die einen ebenso wie für die anderen geht es an dieser Stelle nun weiter mit dem Abschluß meines ersten von fünf Klostertagen ...

      TAG 1: 10.10.2011 [Teil 6]


      Seelenruhig lasse ich anschließend auch meine Hosen fallen und hänge sie zum Trocknen der noch immer klammen Hosenbeine auf einem Bügel an die Kleiderschranktür. Ich schlage mein Bett auf und lege mich probehalber hinein. Mein Kopf ist innerlich inzwischen deutlich weniger von wirrem Zeug bevölkert als normalerweise, was - gemeinsam mit der mich umgebenden Stille - die Lider meiner beiden Äuglein rasch schwer werden läßt, so daß sie zwischenzeitlich auch schonmal einen Moment lang zufallen. Einzig und allein mein Herzschlag ist dabei zu vernehmen und das sanfte Läuten der Glocke, die die Schwestern und ihre Gäste um 19.40 Uhr ein letztes Mal an diesem Tag zum Gottesdienst zusammenruft. Diesmal folge ich dem Ruf nicht, sondern beschließe in meinem Kämmerlein den Abend nunmehr ganz für mich allein mit dem biblischen Text von Psalm 118 und einem kleinen Nachtgebet, in das ich all meine mir liebgewordenen Mitmenschen einschließe und sie dabei für die näherrückende Nacht dem Schutze Gottes anvertraue! Amen!

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      20:00 Uhr


      Ich entschlummere dann auf meinem anschließend gleich wieder eingenommenen Bettlager tatsächlich schon gegen 21 Uhr. Und auch wenn ich mitten in der Nacht gegen 1 Uhr noch einmal kurz leicht schniefend aufwache, wird es im Anschluß nach dem Aufdrehen der Heizung eine angenehm schlafreiche Nacht.

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      [Blockierte Grafik: http://www.sven1421.de/kloster/AMBA0202.jpg]

      Bildnachweis: Holzkreuz an meiner Zimmerwand, Zimmereingangstür, Garderobe an der Zimmertür, Mutter-Kind-Plastik

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      Ende Tag 1
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von sven1421 ()

    • Oh, lieber Sven, ich hatte gerade ein Déjà-vu-Erlebnis... (oder wie sagt man da?)

      Als ich hier deinen Bericht gelesen habe, war es mir, als hätte ich meinen eigenen Urlaubsbericht gelesen. :) Denn im März diesen Jahres bin ich mehr oder weniger in ein Diakonissenzentrum "gestolpert" und habe dort eine Woche Urlaub verbracht. Es waren herrliche erholsame Tage und gerade der Seele hat der Aufenthalt sehr gut getan.
      Sicher unterscheiden sich evangelische Diakonissen und katholische Schwestern inhaltlich in ihrem Tagesablauf etwas, aber im Ganzen beschreibst du bisher genau meine Eindrücke und Empfindungen. Ich bin gespannt, was du noch erlebt hast und werde sicher auch diesmal wieder zur treuen Leserschaft gehören. :love_sigh:

      liebe Grüße
      claudia
      Weihnachten: "Euch ist heute der Retter geboren, Christus der Herr." die Bibel in Lukas 2,11
    • Na der Tag hat aber ein sehr entspanntes Ende gefunden. :thumbs02:

      Das war auf jeden Fall schon mal ein sehr schöner erster Tag mit wirklich schönen Bildern. :thumbsup: Ich bin schon gespannt was der zweite Tag bringt und was für Bilder diesmal mit dabei sind.

      Ich freue mich schon wenns weitergeht :freudentanz: und dankeschön fürs Schreiben. :danke:

      Gruß

      Saxi :)
      "Nur wer erwachsen wird und Kind bleibt ist ein Mensch"
    • na dann sage ich mal *gute nacht und träum was schönes*

      da ist ein wirklich schöner tag zu ende gegangen und frisch gestärkt geht es bald in den zweiten.

      auch ich sage danke fürs erlebnisse-teilen und die fotos, die alles etwas anschaulicher machen.

      :danke:

      l.g.

      skinhunter
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      Mit einem freundlichen Wort und einer Kanone kommt man viel weiter als nur mit einem freundlichen Wort. (Capone)
    • Nachdem Du Tag 1 so schön entschlummert bist, ;) möchte ich mich nun auch mal in die Riege der Kommentatorinnen einreihen. Und dort schließe ich mich gerne an: Es ist wirklich toll, dass Du dieses besondere Erlebnis mit uns teilst und es darüber hinaus mit Deinen Bildern auch visuell greifbar(er) machst!

      Die Schilderungen Deiner Erlebnisse lassen auch mich – zumindest für einen kurzen Moment – die Hektik des Alltags vergessen. Eigentlich merkwürdig, dass man sich dafür erst hinter die Mauern eines Klosters "entführen" lassen muss. Aber vermutlich hat es, wie skinhunter es schon so treffend gesagt hat, tatsächlich damit zu tun, dass wir in unserem normalen Tagesablauf viel zu häufig unter Strom stehen und es daher gar nicht so "einfach" einfach ist, uns dort mal eine kleinere oder größere Auszeit zu gönnen. Verflixter Alltag... (zumindest manchmal)! :schaem:

      Ich lasse mich jedenfalls gern auch weiterhin von Dir in diese für mich eher fremde Welt entführen und warte schon ungeduldig (Sorry, sicher auch keine immer wirklich schöne Tugend unserer Zeit! :verlegen_grins: ) auf Deine Fortsetzung(en)...


      LG, Annie
    • claudia312 schrieb:

      Oh, lieber Sven, ich hatte gerade ein Déjà-vu-Erlebnis... (oder wie sagt man da?)
      Ja, die habe ich auch manchmal, hin und wieder sogar beim Schauen eines Musikvideos ... aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte. :zwinker:

      claudia312 schrieb:

      Als ich hier deinen Bericht gelesen habe, war es mir, als hätte ich meinen eigenen Urlaubsbericht gelesen. :) Denn im März diesen Jahres bin ich mehr oder weniger in ein Diakonissenzentrum "gestolpert" und habe dort eine Woche Urlaub verbracht. Es waren herrliche erholsame Tage und gerade der Seele hat der Aufenthalt sehr gut getan.
      Sicher unterscheiden sich evangelische Diakonissen und katholische Schwestern inhaltlich in ihrem Tagesablauf etwas, aber im Ganzen beschreibst du bisher genau meine Eindrücke und Empfindungen.
      Ich glaube, daß Seele und Geist so eine geistliche Auszeit - egal ob evangelisch oder katholisch -stets nur gut tun kann. Und darum ist es wohl auch kaum verwunderlich, daß es mich schon im Januar nächsten Jahres erneut für ein paar Tage ins Kloster ziehen dürfte. :wolke_7:

      claudia312 schrieb:

      Ich bin gespannt, was du noch erlebt hast und werde sicher auch diesmal wieder zur treuen Leserschaft gehören. :love_sigh:
      Freut mich, daß Du mit an Bord bist! Und vielen Dank für Deine "Treue" zu meinen Geschichten! :thanks:

      Saxi schrieb:

      Na der Tag hat aber ein sehr entspanntes Ende gefunden. :thumbs02:
      Ja, das hat er! Man kann einfach herrlich einschlafen, wenn es rundherum still ist - um einen herum und auch mehr oder weniger in einem drin! :daumen:

      Saxi schrieb:

      Das war auf jeden Fall schon mal ein sehr schöner erster Tag mit wirklich schönen Bildern. :thumbsup:
      Freut mich, daß es Dir gefallen hat! :)

      Saxi schrieb:

      Ich bin schon gespannt was der zweite Tag bringt und was für Bilder diesmal mit dabei sind.
      Naja, dann wolln wir doch mal schaun, gell?! :cool1:

      Saxi schrieb:

      Ich freue mich schon wenns weitergeht :freudentanz: und dankeschön fürs Schreiben. :danke:
      Gern geschehen! Und lieben Dank mal wieder fürs Lesen und Kommentieren! :thanks:

      skinhunter schrieb:

      na dann sage ich mal *gute nacht und träum was schönes*
      Danke! Hat für die erste Nacht im Kloster - aber auch für die aktuell vergangenen Nächte in den vier Wänden meines Einraum-"Penthouses" - schonmal prima geholfen, Dein Wunsch. Selbigen gebe ich in exakt dieser Form, im Mittelteil meist noch angereichert mit einem "schlaf gut", übrigens auch einer sehr guten Freundin von mir am Ende unserer längeren abendlichen Telefonate gern immer mal wieder mit auf den Weg durch die anbrechende Nacht. :angel:

      skinhunter schrieb:

      da ist ein wirklich schöner tag zu ende gegangen und frisch gestärkt geht es bald in den zweiten.
      So siehts aus! Na dann: Auf, auf, zur zweiten "Runde"! :daumen:

      skinhunter schrieb:

      auch ich sage danke fürs erlebnisse-teilen und die fotos, die alles etwas anschaulicher machen.
      Und ich bedanke mich auch bei Dir noch einmal ganz herzlich fürs emsige Lesen und für Deine stets interessanten Kommentare! :thanks:

      Annie03 schrieb:

      Nachdem Du Tag 1 so schön entschlummert bist, ;) möchte ich mich nun auch mal in die Riege der Kommentatorinnen einreihen.
      Herzlich Willkommen und vielen Dank für Deine Kommentare! :thanks: Wobei ich beim Wort "entschlummern" - mit dem auch ich gern spielerisch umgehe - ja immer irgendwie versucht bin, an einen recht endgültigen Schlaf zu denken. :zwinker: Aber keine Sorge, ich bin am nächsten Morgen schon wieder aufgewacht, wie man gleich lesen können wird ... :wolke_7:

      Annie03 schrieb:

      Und dort schließe ich mich gerne an: Es ist wirklich toll, dass Du dieses besondere Erlebnis mit uns teilst und es darüber hinaus mit Deinen Bildern auch visuell greifbar(er) machst!
      Tja, ich glaube einfach, daß man diese der breiten Masse doch wohl recht unbekannte Erfahrung ruhig einmal auf diesem Wege ein Stück weit "miterlebbar" machen sollte. :daumen: Und was die Bilder angeht, die gehören bei meinen Ausflügen inzwischen einfach dazu, auch wenn ich fotografisch sicher ein absoluter Laie bin. :huh:

      Annie03 schrieb:

      Die Schilderungen Deiner Erlebnisse lassen auch mich - zumindest für einen kurzen Moment - die Hektik des Alltags vergessen. Eigentlich merkwürdig, dass man sich dafür erst hinter die Mauern eines Klosters "entführen" lassen muss. Aber vermutlich hat es, wie skinhunter es schon so treffend gesagt hat, tatsächlich damit zu tun, dass wir in unserem normalen Tagesablauf viel zu häufig unter Strom stehen und es daher gar nicht so "einfach" einfach ist, uns dort mal eine kleinere oder größere Auszeit zu gönnen. Verflixter Alltag... (zumindest manchmal)! :schaem:
      Tja, so ist der heutige Mensch nunmal "gestrickt". Multitasking um jeden Preis, keine Sekunde vergeuden, immer in Action! Glücklich darf sich da der schätzen, dem es gelingt, eine "Insel der Ruhe" für sich zu entdecken. Mag sie nun innerhalb oder außerhalb von Klostermauern liegen. :wolke_7:

      Annie03 schrieb:

      Ich lasse mich jedenfalls gern auch weiterhin von Dir in diese für mich eher fremde Welt entführen und warte schon ungeduldig (Sorry, sicher auch keine immer wirklich schöne Tugend unserer Zeit! :verlegen_grins: ) auf Deine Fortsetzung(en)...
      Wenn das so ist, dann versuch ich mal, Dich auch mit den Schilderungen meines zweiten Klostertags zu "fesseln" und durch meine wiederholte "Entführung" Deine unruhige Ungeduld in all der gebotenen Stille geduldig zu stillen. :grin_still:


      TAG 2: 11.10.2011


      Am Morgen erwache ich gegen 5.30 Uhr vom wiederholten Weckruf der Klosterglocke zum Morgengebet. Ich bleibe dann allerdings noch bis etwa 7.20 Uhr liegen, bevor ich mich langsam erhebe, in aller Ruhe mein Bett mache, dusche und mich anziehe. In den tiefsten Tiefen meines Unterbewußtseins ist die mich umgebende Stille scheinbar noch nicht angelangt, wenn ich an meine recht wirren Träumereien der zurückliegenden Nacht im Nachhinein noch einmal zurückdenke. Und ich bin mir auch gar nicht sicher, ob sie es in den restlichen mir zur Verfügung stehenden 4 Tagen überhaupt bis dorthin schafft. Trotz all der traumatischen Schlaferlebnisse fühle ich mich allerdings dennoch unheimlich ausgeruht, als ich mit Blick aus dem Fenster an meinem Schreibtisch all dies noch einmal Revue passieren lasse. Und ich warte dabei gleichzeitig auch schon darauf, daß sich draußen auf dem Hof die Ordensschwestern und die anderen Gäste zum Frühstück begeben - an diesem, meinem ersten guten Morgen hier im Kloster.
      Bescheiden, kräftig und ausgewogen zugleich präsentiert sich mir wenig später bei meinem Eintreffen im Speiseraum des Haupthauses gegen 8.10 Uhr das bereits liebevoll aufgebaute Frühstücksbuffet. Neben frischen Brötchen und Brot, Wurst, Käse und Marmelade gibt es auch Müsli, Quark und ein gekochtes Ei. All dies nehmen all die weiteren Gäste und ich wie üblich leise flüsternd in trauter Gemeinschaft ein, wobei wir an diesem Morgen sogar ein Geburtstagskind in unserer Runde begrüßen dürfen. Dieses bedankt sich für unsere lieben Glück- und Segenswünsche mit einer süßen kleinen Aufmerksamkeit ... in Form eines Körbchens mit Minischokoriegeln und Marzipankartoffeln. Ein paar Scherben, die ja angeblich Glück bringen sollen, gibt es anschließend auch noch, als nach dem Frühstück einem Gast der Obstteller auf den Kachelboden fällt und dort in mehrere Stücke zerspringt. Gemeinsam sind Obst und Scherben rasch wieder aufgelesen, woraufhin wir uns alle bei unvermindert anhaltendem Nieselregen zurück in unsere Unterkünfte begeben. Hier treffe ich auf dem Flur meines Gästehauses sogleich auf eine ältere Ordensschwester mit einem vierrädrigen Gehwagen, auch Rollator genannt, die ich dann nach den angeblich vorhandenen Räumlichkeiten der kleinen Gästebibliothek befrage. Leider ist die Schwester ziemlich schwerhörig und versteht mich nicht gleich. Ein weiblicher Mitgast, der gerade seine Abreise plant und sich dabei von jener Schwester zu verabschieden versucht, hilft freundlicherweise aus. Und so erfahre ich von jener Frau, daß sich Leseecke und Bücherwand im oberen Geschoß des Gästehauses befinden. Die schwerhörige, ältere Ordensschwester hingegen meint, als ich ihr auf ihre Anfrage hin erkläre, zum ersten Mal im Kloster Alexanderdorf zu sein: "Wer einmal hier war, der kommt immer wieder!". Und dem Gefühl nach, welches ich momentan in mir verspüre, dürfte sie da wohl auch in meinem Fall nicht ganz Unrecht behalten.
      Anschließend begebe ich mich raschen Fußes über das Treppenhaus in die liebevoll eingerichtete Bibliothek im Obergeschoß, wo ich nach kurzer Suche eine angemessene Lektüre für den leicht verregneten Tag finde. Ich nehme ein schlicht daherkommendes Buch mit dem neugierigmachenden Titel "Im Angesicht des Todes" aus der Feder eines gewissen Alfred Delp zur Hand, lasse mich dann auf einen der bequemen Stühle der benachbarten Sitzecke sinken und fange an, in dem ausgesuchten Büchlein zu blättern und zu lesen. Es handelt sich dabei um die Aufzeichnungen eines in der Nazizeit zum Tode verurteilten bekennenden Christen, geschrieben zwischen seiner Verhaftung Ende Juli 1944 und der Hinrichtung Anfang Februar 1945. Erschütternd und mutmachend zugleich ist es, was dieser Mann da schreibt, besonders in den an den Beginn des Buches gestellten Tagebuchnotizen seiner letzten Erdentage. So heißt es am 28.12.1944 etwa: "Der Glaubende, der Vertrauende, der Liebende: das erst ist der Mensch, der die Dimensionen des Menschtums ahnt und die Perspektiven Gottes sieht", worauf ich - nach all den Erfahrungen meines bisherigen Lebens - deutlich versucht bin, ganz für mich allein ein leises "Amen!" (So ist/sei es!) dahinter zu setzen. Und am Silvestertage des Jahres 1944 schreibt der teilweise in Ketten gelegte Delp dann in seiner Gefängniszelle unter anderem jenen Satz nieder: "In einer stillen Stunde heute nacht will ich das Jahr überdenken und meine persönlichen Ereignisse einsammeln in ein Gebet der Reue, des Dankes, der Hingabe, in ein Wort des Vertrauens und der Liebe". Und ich gedenke, während ich dies lese, es ihm in den mir hier im Kloster wie auch überhaupt auf Erden verbleibenden Tagen gleichzutun, an jedem einzelnen Abend für den jeweisl zurückliegenden Tag.
      Das Buch nehme ich mir beim Verlassen der Gästebibliothek mit auf mein Zimmer im Erdgeschoß, um es dort in aller Ruhe weiterzulesen. Doch zuvor verfasse ich an meinem Schreibtisch noch ein paar Zeilen an meine Mutter und ein paar besonders liebe Freundinnen auf den am Vorabend erstandenen Ansichtskarten, die ich anschließend mit den zugehörigen Adressen versehe. Die dabei entstehenden Grußkarten werde ich dann bei nächster Gelegenheit der einmal am Tag hier vorbeikommenden Post mitgeben.
      Und während ich nun noch rasch all dies in meinen eigenen Tagebuchaufzeichnungen festhalte, nähert sich auch schon wieder die Zeit des Mittagessens. Ich bin gespannt, was es wohl gibt - sowohl bei der Mahlzeit als auch in der sich anschließenden Zeit danach.

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      Bildnachweis: Treppe im Gästehaus, Kommode im Gästehausflur, Leseecke im Obergeschoß des Gästehauses, Fenster zum Hof

      [Blockierte Grafik: http://www.sven1421.de/kloster/klosterglocke.png]
      11:20 Uhr
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    • Und weiter geht es mit Tag 2. :thumbs02:

      Also die Ruhe kommt direkt rüber. Man wird ja schon vom Lesen ganz ruhig. :thumbsup: Das Frühstück hört sich sehr gut an, da möchte man am liebsten gleich mitfrühstücken. :thumbs02:
      Und eine Leseecke gabs da auch. Das ist super, dann auch Lesen entspann kollossal. Und Entspannung hast Du ja dann auch beim Lesen gefunden. :thumbs02:
      Die Bilder sind auch wieder sehr schön. Das Gästehaus wirkt gemütlich und einladend finde ich. Und bei dem Bild mit dem Titel "Fenster zum Hof" musste ich an den Film denken und etwas vor mich hinschmunzeln. :daumen:
      So jetzt bin ich aber mal gespannt wie es mit dem MIttagessen und der Zeit danach weitergeht.

      Ich freue mich schon auf den nächsten Teil :freudentanz: und lieben Dank fürs Schreiben. :danke:

      Gruß

      Saxi :)
      "Nur wer erwachsen wird und Kind bleibt ist ein Mensch"
    • ausgeschlafen (na ja, wenigstens hattest du einen guten grund so zeitig wach zu werden. aber ich *liebe* es, urlaub/frei zu haben und die innere uhr lässt mich 5 uhr das erste mal auf den wecker gucken :wandkopf: ) und gut gestärkt beginnt tag 2.
      Ein paar Scherben, die ja angeblich Glück bringen sollen, gibt es anschließend auch noch, als nach dem Frühstück einem Gast der Obstteller auf den Kachelboden fällt und dort in mehrere Stücke zerspringt.
      ich liebe deine metaphern :love_sigh:

      mit dem wetter sieht es im moment ja nicht so gut aus, aber dank der bibliothek kommt keine langeweile auf. und das buch, was du dort gefunden hast kingt wirklich interessant. neben meinen baller-büchern, mag ich es, diese form der literatur zu lesen, menschliche schicksale verleihen einem buch wirkliches leben.

      deine bilder vermitteln einmal mehr den gemütlich-urigen eindruck deines *hotels*

      vielen dank für deine erlebnisse und gedanken

      l.g.

      skinhunter
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    • Saxi schrieb:

      Also die Ruhe kommt direkt rüber. Man wird ja schon vom Lesen ganz ruhig. :thumbsup:
      Ok, dann mal ganz relaxt an den zweiten Teil des zweiten Kloster-Tags ... :angel:

      Saxi schrieb:

      Das Frühstück hört sich sehr gut an, da möchte man am liebsten gleich mitfrühstücken. :thumbs02:
      Ok, da wünsch ich Dir dann wohl schon mal Guten virtuellen Appetit! :grin_still:

      Saxi schrieb:

      Und eine Leseecke gabs da auch. Das ist super, dann auch Lesen entspann kollossal. Und Entspannung hast Du ja dann auch beim Lesen gefunden. :thumbs02:
      Entspannend und echt spannend zugleich. Ich hab in diesem Fall dann für mich echt noch viel mehr mitgenommen als nur das Buch allein. :zwinker:

      Saxi schrieb:

      Die Bilder sind auch wieder sehr schön. Das Gästehaus wirkt gemütlich und einladend finde ich.
      Ja, eine Einladung, der ich wie schon gesagt, sicher bald nochmals folgen werde. :)

      Saxi schrieb:

      Und bei dem Bild mit dem Titel "Fenster zum Hof" musste ich an den Film denken und etwas vor mich hinschmunzeln. :daumen:
      Genau das war meine Absicht. Gar nicht so schwer, Altmeister Hitchcock ins Kloster zu versetzen ... allein wenn ich an DIE VÖGEL denke, die mir in Scharen auf meinen Streifzügen am Himmelszelt begegneten. :grin_still:

      Saxi schrieb:

      So jetzt bin ich aber mal gespannt wie es mit dem MIttagessen und der Zeit danach weitergeht.
      Das erfährst Du gleich! Nur noch ein kleinwenig nach unten scrollen ... :cool1:

      Saxi schrieb:

      Ich freue mich schon auf den nächsten Teil :freudentanz: und lieben Dank fürs Schreiben. :danke:
      Sehr gern und sehr gern wieder ... :daumen:

      skinhunter schrieb:

      ausgeschlafen (na ja, wenigstens hattest du einen guten grund so zeitig wach zu werden. aber ich *liebe* es, urlaub/frei zu haben und die innere uhr lässt mich 5 uhr das erste mal auf den wecker gucken :wandkopf: ) und gut gestärkt beginnt tag 2.
      Naja, wenn man mit den Hühnern ins Bett geht (siehe Tag 1 Teil 6), dann macht es einem auch nix aus, mit selbigen wieder aus den Federn zu springen. :grin_still:

      skinhunter schrieb:

      ich liebe deine metaphern :love_sigh:
      Ja, ich auch! Auch wenn sie - neben all den anderen Wortspielereien - es oft sind, die einem gerade bei den Geschichten ein wenig Zeit abringen. Aber das Ergebnis ist es dann eben stets aufs Neue wert. :daumen:

      skinhunter schrieb:

      mit dem wetter sieht es im moment ja nicht so gut aus, aber dank der bibliothek kommt keine langeweile auf.
      Das Wetter wird schon noch besser, das kann ich nach bestem Wissen und Gewissen schon mal im Nachhinein vorhersagen. :wolke_7:

      skinhunter schrieb:

      und das buch, was du dort gefunden hast kingt wirklich interessant. neben meinen baller-büchern, mag ich es, diese form der literatur zu lesen, menschliche schicksale verleihen einem buch wirkliches leben.
      Ja, es ist schon beeindruckend, zu welch tiefgreifenden Gedanken Menschen in Extremsituationen ihres Lebens neigen und wieviel man daraus für sein eigenes Dasein schöpfen kann. :13:

      skinhunter schrieb:

      deine bilder vermitteln einmal mehr den gemütlich-urigen eindruck deines *hotels*
      Stimmt, da konnte man locker noch so manche trübe Regenzeit aussitzen. :cool1:

      skinhunter schrieb:

      vielen dank für deine erlebnisse und gedanken
      Ich habe zu danken für Deine Kommentare, die einen stets aufs Neue beflügeln. Und so nun wieder frisch ans Werk, an diesem ersten Adventssonntage, der einem mit seinem Heiligen-(Kerzen-)Schein gedanklich auch das Kloster noch einmal ein ganzes Stück weit ins Gedächtnis zurückruft (Dafür liebe ich die Vorweihnachtszeit :biglove: ) :wolke_7: ...

      TAG 2: 11.10.2011 [Teil 2]


      Beim Mittagessen geht es dann recht stürmisch zu ... allerdings nur draußen hinter den leicht geöffneten Bleiglasfenstern unseres Speiseraumes. Drinnen herrscht die inzwischen wohlvertraute Stille, in der nun bei einem grünen Blattsalat mit Dressing als Vorspeise, gekochtem Kürbis mit magerer Fleischeinlage als Hauptmahl und Sauerkirschkompott als Nachspeise auch mein Appetit gestillt wird. Wieder herrscht dabei ein liebevolles Miteinander, gemeinsam wird gebetet und gescherzt. Mein Blick schweift beim Essen ein wenig umher, und verweilt dabei hier und da auch einen Augenblick bei dem einem oder dem anderen der unbekümmerten Gesichter unserer illusteren Runde. Da sitzt beispielsweise zu meiner Linken eine Familie mit einem kleinen Jungen im Rollstuhl, der sein Leben allem Anschein nach nahezu mühelos meistert. Da gibt es mir gegenüber zwei ältere Damen, die tagsüber oftmals gemeinsam spazierengehen. Und da sind ein paar einzelne Männer und Frauen, die sich hier wohl - wie ich - auf die Suche begeben haben. Wonach sie genau suchen, das entzieht sich im Einzelnen freilich meiner bisherigen Erkenntnis. Mag es Erholung, Stärkung im Glauben oder eben - wie in meinem Fall - einfach Stille sein. Wie auch immer: Ich hoffe für sie alle inständig, daß sie hier im Kloster dabei mehr als fündig werden ... ja, daß sie all das finden, was sie sich erhofft und erbetet haben ... all das und noch viel mehr. Und ich glaube tief im Innern ganz fest daran, daß dieser Wunsch in Erfüllung gehen wird.
      Wieder in meinem Kämmerlein angekommen, schaue ich noch ein wenig zum Fenster hinaus auf das fallende Laub und lese dabei einen weiteren Abschnitt in dem von mir zuvor geliehenen Buche. Dann aber ist es an der Zeit, der momentan gottseidank niederschlagsfreien, wenn auch recht windigen Witterung frohen Mutes spazierengehend entgegenzutreten.



      Vor meinem eigentlichen Spaziergang mache ich vom Hof aus noch zwei kurze Abstecher: Zum einen in den Eingangsbereich des Haupthauses, wo ich ein paar Fotos schieße, zum anderen ins Innere der Kirche, wo ich Gleiches tue, aber im Eingangsbereich auch noch zwei Ansichtskarten aus DDR-Kloster-Tagen zu je 20 Cent käuflich erwerbe. Anschließend spaziere ich durch das offenstehende Haupttor hinaus, und unternehme einen kleinen Rundgang durch die Ortschaft Alexanderdorf, wobei ich gerade zum Kloster zurückkehre, als auch schon wieder starker Regen einsetzt. Die neuerlich einbrechende Regenzeit nutze ich um in den - meinem Gästehaus benachbarten - Örtlichkeiten des Tagesraumes ein paar fotografische Schnappschüsse zu machen und dann, wieder in meinem Zimmer eingekehrt, all meine nachmittäglichen Erlebnisse schriftlich niederzulegen. Dabei entdecke ich vorm Fenster zu meiner Freude auch das gerade eben ankommende Postauto, so daß ich dem freundlichen Postboten gleich 5 Briefmarken abkaufen und ihm im Gegenzug auch noch meine eilends damit beklebten Grußkarten vom Vormittag mitgeben kann.
      Und während der daraufhin folgenden halben Stunde lege ich mich dann ein wenig auf mein Bett, lese und denke nach. Dann begebe ich wieder in die Teeküche des Gästehauses, wo ich mir - wie bereits am Vortag - einen löslichen Kaffee zubereite und ihn zusammen mit einer Flasche Apfelsaft auf mein Zimmer nehme.

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      Bildnachweis: Kommode im Hauptgebäude, Postablage im Hauptgebäude-Eingangsbereich, Bushaltestellenhäuschen im Dorf, Teeküche meines Gästehauses

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      14:30 Uhr
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    • tag 2, teil 2

      in trauter gemeinsamkeit wird zu mittag gegessen und werden die gäste *unter die lupe* genommen. ich glaube, dass macht wohl jeder und kommt ganz automatisch. mich interessiert dabei nicht das äußere aussehen, sondern vielmehr das innere aussehen, dass mir verrät, ob ich mit jemandem kann oder nicht.

      und die kurze regenpause nutzend wird alexanderdorf *unsicher* gemacht und da scheinst du ja den richtigen riecher gehabt zu haben, um wieder rechtzeitig im trockenen zu landen. aber auch da gibt es noch das eine oder andere zu entdecken, ehe man sich wieder auf das zimmer zurückzieht.

      ich sage wie immer, vielen dank für diese privaten einblicke und freue mich auf den nächsten teil

      l.g.

      skinhunter
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      Mit einem freundlichen Wort und einer Kanone kommt man viel weiter als nur mit einem freundlichen Wort. (Capone)